“Was hast du heute gemacht?”, habe ich einen Lyriker gefragt. Er: “Ich habe ein Komma gesetzt.” – Ich: “Und was machst du morgen?” Und der Lyriker: “Ich mache es wieder weg.” So entsteht Lyrik. Jedes Gedicht ist eine Arche.

Ö1, Menschenbilder, Sonntag 3. März:

https://oe1.orf.at/player/20190224/543585

“Jedes Gedicht ist eine Arche” – Günter Kunert zum 90. Geburtstag

Johannes R. Becher hat ihn entdeckt, mit Bert Brecht war er befreundet, für Kollegen wie Wolf Biermann hat er sich politisch engagiert. Günter Kunert, 1929 im damaligen Ost-Berlin geboren, gehörte bis zu seinem Wechsel in die Bundesrepublik im Jahr 1979 zu den meistgelesenen Autoren der DDR. Heute zählt Günter Kunert längst zu den großen Namen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Am 6. März feiert Günter Kunert seinen 90. Geburtstag.
Seine Bücher tragen Titel wie “Verspätete Monologe”, “Vor der Sintflut”, “Fremd daheim”… Zuletzt erschien der Gesprächsband “Kunerts allerbeste Jahre”.
Besonders am Herzen liegt Günter Kunert die Lyrik. Über das Schreiben von Gedichten notierte der Hölderlin-Preisträger: “Das Schreiben von Gedichten geschieht, um den Untergang zu bannen. Lyrik wird zu einem Akt des Widerstands. Inmitten der Fremdheitserfahrung und der Endzeitahnungen wird das Gedicht zur Arche Noah”.

 

“Was hast du heute gemacht?”, habe ich einen Lyriker gefragt. Er: “Ich habe ein Komma gesetzt.” – Ich: “Und was machst du morgen?” Und der Lyriker: “Ich mache es wieder weg.” So entsteht Lyrik. Jedes Gedicht ist eine Arche.

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