Peter Bichsel, Stotterer und Legastheniker, aber ein Schweiger ist er nicht mehr: “Ich möchte die Dinge um mich herum erkennen, ich glaube, wenn ich sie erkenne, wenn ich sie beim Namen nennen kann, verlieren sie vieles von ihrem Bösen”.

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2011 erhält der heute 85-Jährige den Solothurner Literaturpreis. Er präge das Schweizer Literaturschaffen der Gegenwart wie kein Zweiter, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Peter Bichsel, der vielfach ausgezeichnete Diagnostiker der schweizerischen Befindlichkeit, wird 1935 in Luzern als Sohn eines Handwerkers geboren. Nach einer schweren Geburt bleibt er die ersten drei Lebensjahre stumm, und ist dann lange Zeit Stotterer und Legastheniker, aber ein Schweiger ist er nicht mehr: “Ich möchte die Dinge um mich herum erkennen, ich glaube, wenn ich sie erkenne, wenn ich sie beim Namen nennen kann, verlieren sie vieles von ihrem Bösen”.

Der gewesene Schulmeister wird 1964 mit seinen Kürzestgeschichten “Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen” über Nacht berühmt und wird umgehend in die Gruppe 47 aufgenommen.
Seitdem schreibt und erzählt er in Kolumnen, Kurzgeschichten und Essays über die Seele des Schweizers, über die inneren Widersprüche der eidgenössischen Behäbigkeit und die Gefahren der direkten Demokratie. Seine Geschichten sind alt, werden immer wieder neu entdeckt, sind Pflichtlektüre in den Schweizer Schulen und Bichsel selbst erzählt immer noch weiter und weiter.

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