Spielen die Engel, wenn sie im Lobe Gottes unter sich sind, Bach oder Mozart?

Wie es mit der Musik dort steht, wo Sie sich jetzt befinden, ahne ich nur in Umrissen. Ich habe die Vermutung, die ich jetzt hege, einmal auf die Formel gebracht, ich sei nicht schlechthin sicher, ob die Engel, wenn sie im Lobe Gottes begriffen sind, gerade Bach spielen. Ich sei aber sicher, dass sie, wenn sie unter sich sind, Mozart spielen, und dass ihnen dann doch auch der Liebe Gott besonders gerne zuhört.

Karl Barth über Mozart…

(als er über einen schon verstorbenen Musiker nachsinnt)

Quelle: Ö1

Mozart ist die echte “vox humana” in der ganzen Skala ihrer Möglichkeiten, ungedämpft, aber auch unverborgen, unkampflos zur Sprache kommt. Wer ihn recht hört, der darf sich als Mensch, der er ist, als der schlaue Basilio und als der zärtliche Cherubino, als Don Juan der Held und als der Feigling Leporello, als die sanfte Pamina und als die tobende Königin der Nacht, als die alles verzeihende Gräfin und als die entsetzlich eifersüchtige Elektra, er darf sich als der dem Tod Verfallene und als der noch Lebende, die wir ja alle sind, verstanden und selber zur Freiheit berufen fühlen…

Karl Barth über Mozart.

“Was ich höre, von Mozart, ist ein letztes Wort Leben, soweit es von Menschen ausgesprochen werden kann…”

“… ein Wort, mit dem man immer wieder neu anfangen kann. Denn wir müssen schliesslich alle jeden Morgen wieder neu anfangen. Und das Neuanfangen mache ich am liebsten, wenn ich Mozart höre, nicht wahr?”

2019 – Karl Barth Jahr.

https://oe1.orf.at/player/20190803/560524/190430

Gott trifft Mensch.

Karl Barth:

“Es gibt bei Mozart keine “Moral von der G´schicht… ”

“… Mozarts Musik ist die … “vox humana”… in der sanften Pamina und in der tobenden Königin der Nacht…

 

Der Theologe Karl Barth über Wolfgang Amadeus Mozart

Logos – Glauben und Zweifeln

“Der Gipfel erreichbarer Seligkeit”. Eine Sommerreprise anlässlich des Karl-Barth-Jahres 2019. – Gestaltung: Martin Gross, Bearbeitung: Markus Veinfurter

Liste der Sendungselemente

Die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart war für Karl Barth, den Begründer der dialektischen Theologie, ein wahres Lebenselixier: “Denn wir müssen schließlich alle jeden Morgen wieder neu anfangen. Und das Neuanfangen mache ich am besten, wenn ich Mozart höre.” Zum Karl Barth-Jahr 2019 bringt die Reihe LOGOS daher als Sommerreprise Texte des evangelischen Theologen über Mozarts Musik, die für ihn den “Gipfel erreichbarer Seligkeit” bedeutet hat.

Karl Barth gehörte zur reformierten Kirche in der Schweiz. Geforscht und gelehrt hat er in erster Linie an deutschen Universitäten (Göttingen, Münster und Bonn). Als Mit-Verfasser der “Barmer Erklärung” und Exponent der “Bekennenden Kirche” war er maßgeblich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus engagiert. Sein theologisches Hauptwerk, die “Kirchliche Dogmatik”, blieb mit 13 Bänden zwar unvollendet – was ihrer Bedeutung bis heute aber keinen Abbruch tut.

Vor 50 Jahren und ein paar Monaten – am 10. Dezember 1968 – ist Karl Barth in seiner Heimatstadt Basel im Alter von 82 Jahren gestorben. Die evangelischen Kirchen in Deutschland und in der Schweiz haben aus diesem Grund unter dem Motto “Gott trifft Mensch” ein “Karl-Barth-Jahr” ausgerufen, das noch bis Ende 2019 dauern soll.

Aktuelle Sendung dieser Serie

 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.